
Gipfeltag mit Herz – Wandern zur Granatalm und Granatkapelle
Die Granatkapelle am Penkenjoch, entworfen von Mario Botta, und die Granatalm auf 2.095 m verleihen dem Zillertal mit Design, Kulinarik & Bergwelt ein einzigartiges Flair.
Hand aufs Herz: Wandern und Golfen haben mehr gemeinsam, als man denkt. Gut, beim Golfen schiebst du dein Bag über den Fairway, beim Wandern in den Zillertaler Alpen vielleicht einen Rucksack den Berg hoch – aber das Grundprinzip bleibt dasselbe: raus in die Natur, Schritt für Schritt vorwärtskommen und am Ende mit einem zufriedenen Grinsen dastehen.
Genauso wie meine Liebe zum Golf wächst auch meine Begeisterung fürs Wandern. Mal läuft’s locker-leicht, mal wird’s steil, und manchmal fragst du dich, warum du dir freiwillig diesen Höhenweg antust. Aber sobald du oben am Penkenjoch stehst und der Blick ins Tal fällt, weisst du wieder ganz genau, warum.
Die Zillertaler Alpen sind eben das Schweizer Taschenmesser unter den Wanderregionen – vielseitig, zuverlässig und immer für eine Überraschung gut. Von gemütlichen Panoramawegen bis zu ambitionierten Gipfeltouren ist alles dabei. Und irgendwo wartet immer eine Belohnung: ein Teller Kaiserschmarrn, eine Hüttensonne oder – mein persönliches Highlight – ein Abstecher zur Granatalm und weiter zur architektonischen Schönheit der Granatkapelle.

Die Seilbahn schwebt über Mayrhofen, hinauf zum Penkenjoch – Bergwelt im Anflug.
Zwei Kühe vor Bergkulisse: Wer hier oben weidet, hat bessere Aussichten als mancher Golfplatz.
Die Designbänke von Mario Botta rahmen das Zillertal wie eine stille Meditation zwischen Himmel und Stein.
Blick ins Zillertal: Granatalm und Granatkapelle warten oben, die Berge zeigen Geduld.Granatalm am Penkenjoch: Die schönste Genuss-Wanderung im Zillertal
Die Bergwelt rund um die Granatalm am Penkenjoch hält für jedes Wanderlevel die passende Route bereit. Du kannst gemütlich vor dich hinschlendern oder sportlich durchstarten. Ich habe mich für den Wanderweg Nr. 23 entschieden, der direkt an der Mittelstation der topmodernen Penkenbahn startet. Und falls du lieber einen anderen Pfad einschlagen möchtest: Von Mayrhofen, Finkenberg und dem Tuxertal führen unzählige Routen zur Granatalm – Wandern im Zillertal ist schliesslich ein Alleskönner.
Total easy – ganz ohne Klettersteig oder Nervenkitzel. Einfach mit der Gondel hoch, ein Stück auf dem Schotterweg Richtung Hütte laufen, und schon bist du mittendrin im alpinen Glück. Rund 1 Stunde und 30 Minuten Gehzeit, je nachdem, wie oft du stehen bleibst, um die Aussicht auf die Zillertaler Alpen einzusaugen.
Und ja, Wandern macht hungrig. So richtig hungrig. Nicht dieses «Ich nehme einen kleinen Salat»-hungrig, sondern dieses «Her mit der Riesenpfanne voller Kaiserschmarrn»-hungrig. Wer den Weg zur Granatalm hochgewandert ist, weiss: Oben zählt nicht nur das Panorama über das Penkenjoch – es zählt die Belohnung. Und die schmeckt auf einer echten Berghütte einfach besser. Vor allem, wenn das Ziel Granatalm heisst – nur einen Steinwurf entfernt von der ikonischen Granatkapelle, die wie ein Juwel in der Berglandschaft funkelt.

Kulinarik auf der Granatalm: Tiroler Klassiker mit Herz
Mit der Granatalm hat alles ganz bodenständig angefangen: In den 70ern baute Christas Vater hier eine kleine Skihütte für den schnellen Hunger zwischendurch. Doch weil sich das Zillertal in Sachen Tourismus nicht gerade auf der faulen Haut ausruht, wurde die urige Stube irgendwann zu klein. Christa und Georg nahmen das Ganze in die Hand – und verwandelten die Alm in ein echtes Highlight für Feinschmecker und Alpenästheten.
Und was kommt hier auf den Tisch? Tiroler Schmankerl mit Bodenhaftung! Regionalität und Saisonalität sind hier kein Trend, sondern Standard. Egal, ob Kaiserschmarrn oder Speckknödel – du kannst sicher sein, dass du auf deinem Teller den Geschmack der Berge findest.
Aber jetzt mal ehrlich: Essen ist das eine, Ambiente das andere. Und die Granatalm hat Stil! Selbst im grosszügigen Freeflow-Bereich (so nennt sich die Selbstbedienungstheke für den Winter) bleibt der urige Hüttencharakter erhalten. Überall findest du kleine Spruchschildchen, die aussehen, als hätte ein philosophischer Berggeist einen Abreisskalender geplündert. Dazu massive Holztische, Altholz-Optik und – natürlich – die legendären herzförmigen Stuhlaussparungen. Weil Herz eben nicht nur durch den Magen geht, sondern auch durch die Möbeldesign-Abteilung.
Das Holzschild verrät schon vor dem Besuch: Hier wird Kulinarik ernst genommen.
Hirschgeweih statt Gipfelbuch: In der Hörmann Berg erwartet Wanderer Alpine Tradition im Holzhaus-Look.
In der Kapelle angekommen, begrüsst uns erst mal eine Kuh – herzlich willkommen im Zillertal.
Granatapfel als Kunstwerk auf dem Teller, genauso durchdacht wie die Architektur rundum.Granatkapelle am Penkenjoch: Must-See Architektur im Zillertal
Wenn du schon auf der Granatalm bist, führt kein Weg an einem kurzen Abstecher zur Granatkapelle am Penken vorbei. Nur rund 15 Minuten entfernt, direkt am Speicherteich des Penkenjochs. Entworfen wurde sie vom Schweizer Stararchitekten Mario Botta, der es geschafft hat, ein Bauwerk zu erschaffen, das gleichzeitig futuristisch wirkt und dennoch eine sakrale Ruhe ausstrahlt. Der Name ist Programm: Im Stillupptal wurde früher Granatstein abgebaut – ein direkter Bezug zur Region, der dem Ort zusätzliche Bedeutung verleiht. Das Design der Kapelle soll an einen geschliffenen Edelstein erinnern.

Granatalm(oeffnet eine externe Seite)
Der Weg zur Granatkapelle führt durch Moorlandschaft und offene Bergwelt – Stille inklusive.
Almkuh mit Blick auf ihr Reich: Granatalm-Bewohnerin mit Architektur-Anspruch.
Granatalm-Alpenrose: Blick ins Zillertal mit Penkenjoch als stiller Begleiter.
Zwei Kühe auf der Alm, dahinter die Zillertal-Berge: Stille vor dem Abstieg.
Oben angekommen, das Zillertal zu Füssen, die Berge ringsum: Momente wie dieser rechtfertigen jeden Höhenmeter.
Herz und Berg: Die Granatalm sammelt Herzen, während Granatalm und Kapelle selbst längst eines geworden sind.
Mario Bottas Granatkapelle thront übers Zillertal, als hätte die Architektur Wanderschuhe.
Wo dein Herz ist – auch hier auf der Granatalm, wo die Gäste längst Teil der Geschichte sind.
Granatalm, wo die Alpen Atem rauben und die Küche tief ins Tal hineinspricht.
Almvieh im Zillertal: Die Kühe kümmern sich nicht um Architektur, aber um gutes Futter.
Bergstille in der Höhe: Der Blick auf die Granatalm mit dem Penken dahinter verspricht Ruhe vor dem Design-Drama oben.
Architektur trifft Alpenidylle: Bottas dunkles Meisterwerk spiegelt sich im still gelegenen See.
Minze im Garten der Granatalm: das Zillertal schmeckt nach Design und Höhenluft.
Blick vom Zillertal auf die Bergketten, die Granatkapelle und Granatalm versprechen weniger Aussicht, dafür mehr Sinn.Redaktion empfiehlt