
Skyspace Lech: Wanderung zum Kunstwerk von James Turrell in Oberlech
Entdecke den Skyspace-Lech von James Turrell in Oberlech – ein einzigartiges Kunstwerk zwischen Bergwelt, Lichtinszenierung und Weitblick.
Keine lange Anfahrt, kein Umweg – die Wanderwege in Lech starten direkt vor der Tür. Eines der unkompliziertesten Ausflugsziele ist der Skyspace Lech, eine begehbare Licht- und Rauminstallation oberhalb des Ortes. Genau dorthin machen wir uns an diesem Tag auf den Weg.
Wir sind keine Hardcore-Wanderer, wie man ihnen im Sommer hier oben auf Schritt und Tritt begegnet – mit Stöcken, Tagesetappe und festem Ziel im Kopf. Wir sind zwischen Gourmet-Dinner und Golfrunde einfach am Schlendern, wollen raus, ein bisschen Bewegung, ein bisschen Berg. Das Wetter macht ohnehin, was es am Arlberg gerne macht: mal trüb, mal sonnig und ständig im Wechsel.
Der Weg zum Skyspace ist deshalb ein guter Tipp für alle, die noch kurz etwas Besonderes in den Tag einbauen möchten, ohne sich gross zu verausgaben. Die Tour ist kurz, unkompliziert, braucht keine grosse Ausrüstung und bietet trotzdem ein echtes Ziel statt nur eines Spaziergangs ohne Plan.
Und ganz ehrlich: Allein für die Aussicht lohnt sich der kleine Aufstieg. Der Blick schweift über die Arlberger Bergwelt, über Wanderwege, sattgrüne Almen und die kleinen Hütten, die dazwischen wie selbstverständlich in der Landschaft liegen – weit, ruhig und herrlich unaufgeregt. Perfekt, um einmal tief durchzuatmen, den Kopf freizubekommen und gedanklich herunterzufahren.


Grüne Berge unter bewölktem HimmelSkyspace-Lech: Die einfachste Anreise mit Lech Card
Zum Skyspace-Lech nehmen wir zunächst den Ortsbus – wer lieber schwebt statt sitzt, steigt stattdessen in die Bergbahn Oberlech, die Gondel, die direkt vom Dorf nach Oberlech hinaufführt. Beides keine Bequemlichkeit, sondern Kalkül: Mit der Lech Card sind Ortsbus und Sommerbergbahnen ohnehin inklusive, Fahrt hin wie zurück kostet also nichts extra. Von der Haltestelle beziehungsweise der Bergstation in Oberlech ist es dann nur noch ein kurzes Stück zu Fuss, deutlich kürzer als der klassische Wanderweg vom Tal aus.
Und das ist, ganz ehrlich, kein schlechter Plan. Nicht jeder Urlaubstag verlangt nach fünf Stunden Aufstieg. Vielleicht sitzt dir der Muskelkater vom Vortag noch in den Waden, vielleicht hängen die Wolken tief über dem Arlberg, vielleicht hast du einfach keine Lust auf eine grosse Tour – aus welchem Grund auch immer.
Der Weg von Oberlech zum Skyspace ist genau die richtige Route für solche Tage: kurz, sanft ansteigend und mit Ausblicken, die den überschaubaren Aufwand mühelos aufwiegen. Natürlich kannst du hier oben trotzdem problemlos fünf Stunden verbringen. Möglichkeiten zum Wandern oder einfach nur zum Geniessen der Aussicht gibt es rund um Oberlech schliesslich mehr als genug.

Wanderung zum Skyspace-Lech: Wo Alpenlandschaft auf Kunst trifft
Der Pfad zu unserem Ziel führt über Alpwiesen, vorbei an vereinzelten Fichten und den charakteristischen Buckelwiesen des Arlbergs, bis am Tannegg-Hügel ein schmaler Abzweig vom öffentlichen Wanderweg abgeht. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Tunneleingang – und plötzlich stehst du vor zwei schrägen Betonwänden, die sich zu einem Rechteck aus Himmel verjüngen.
Auf den ersten Blick liesse sich der Skyspace-Lech leicht als touristische Attraktion abtun – ein weiteres Bauwerk, mit dem eine Feriendestination ihrem Publikum eine neue Geschichte erzählt. Der zweite Blick zeigt: Dahinter steckt echte Kunstgeschichte.

Paar umarmt sich vor Berglandschaft
Grüne Wiesen unter bewölktem Himmel
Paar umarmt sich vor BerglandschaftJames Turrell und die Entstehung des Skyspace-Lech
Den Anfang machte 2010 die Landschaftsinstallation «Horizon Field» des britischen Bildhauers Antony Gormley, realisiert vom Kunsthaus Bregenz. Sie sorgte über die Region hinaus für Aufsehen – und dafür, dass sich 2012 der Verein «Horizon Field – Kunstverein Vorarlberg» gründete, mit dem Ziel, zeitgenössische Kunst dauerhaft am Arlberg zu verankern. Nach Gesprächen mit der Galerie Häusler Contemporary gelang es dem Verein, den amerikanischen Lichtkünstler James Turrell für ein neues Projekt zu gewinnen. Bei seinem Besuch im September 2014 war Turrell von der Hochgebirgslandschaft am Tannegg so angetan, dass er den Standort noch im selben Herbst für seinen Entwurf festlegte. Im Sommer 2018 wurde der Skyspace-Lech eröffnet – auf 1780 Metern Höhe, grösstenteils unterirdisch angelegt, ein ovaler Raum aus schwarzem Granit mit einer ebenso ovalen Öffnung in der Decke.
«Often we look up at the sky and think it’s so far away. But my skyspaces bring the sky down to the ceiling of the room you’re in.» — James Turrell

Skyspace-Lech ist ein Aussichtspunkt und Instagram-Spot
Der Zugang führt durch einen rund fünfzehn Meter langen Tunnel, der exakt nach Nordosten ausgerichtet ist. Schon hier wird klar, dass beim Skyspace-Lech kaum etwas dem Zufall überlassen wurde: Die Blickachse reicht über Bürstegg bis zum markanten Gipfel des Biberkopfs.
Im Innern nehmen wir auf einer umlaufenden Bank aus schwarzem Granit Platz und blicken durch die kreisrunde Öffnung in der Decke direkt in den Himmel. Vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang soll sich der Raum durch das wechselnde Licht immer wieder verändern. Bei schlechtem Wetter lässt sich die Öffnung mit einer beweglichen Kuppelschale schliessen.
Wir erwischen ohnehin echtes Arlberger Mischmaschwetter: In der einen Minute strahlt die Sonne, in der nächsten hängt der Himmel so dunkel über uns, als hätte jemand spontan das Licht ausgeschaltet. Für den Skyspace ist das allerdings gar nicht so schlecht. Selten zeigt sich so deutlich, wie sehr sich der Raum mit jeder Wolke verändert.
Wir bleiben sogar noch etwas länger sitzen, als wir eigentlich geplant hatten. Vielleicht ist genau das das schönste Kompliment, das man diesem Ort machen kann. Oder wir wollten einfach noch nicht gehen. Denn der Skyspace-Lech sorgt durchaus für Gesprächsstoff: Die einen sehen darin ein Kunstwerk, das Licht, Landschaft und Wahrnehmung auf besondere Weise miteinander verbindet. Die anderen eher eine weitere Touristenattraktion, zu der man hinaufwandert, um ein paar instagramtaugliche Fotos zu machen. Ich sage mal so: Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Wanderweg in den Alpen bei Wolken
Wanderer auf einem schmalen Weg
Informationsschild in der BerglandschaftEin Spaziergang durch Lech am Arlberg
Der Rückweg vom Skyspace führt steil, aber erfreulich kurz hinunter zur Bergbahn Oberlech. Hinauf sind wir schliesslich ganz entspannt mit dem Ortsbus gefahren. Und sagen wir es mal so: Bergab entwickelt diese Steigung plötzlich deutlich mehr Charme. Hinauf wäre sie vermutlich eine sportliche Herausforderung gewesen, hinunter wirkt sie beinahe wie ein freundliches Serviceangebot – inklusive Gondelfahrt mit Bergpanorama zum Abschluss.
Unten angekommen, schlendern wir noch ein wenig durch Lech. Und genau in diesem Moment zeigt sich das Dorf von einer Seite, mit der wir ehrlich gesagt nicht gerechnet hatten. Zwischen zwei und drei Uhr nachmittags wirkt Lech beinahe ausgestorben. Entweder geniessen alle gerade den Wellnessbereich ihres Hotels oder sie sind tatsächlich irgendwo draussen in den Bergen unterwegs – bei Wind, Sonne oder Regen spielt das hier offenbar keine grosse Rolle.
Uns soll’s recht sein. So gehört das Dorf fast uns allein. Wobei «schlendern» hier natürlich relativ ist. Wir bleiben schliesslich vor beinahe jedem zweiten Schaufenster stehen – mal wegen alpiner Trachtenmode, mal wegen Sportbekleidung aus der gehobenen Preisliga. Mir ist genau das aufgefallen, was viele Beschreibungen über Lech im Sommer ebenfalls betonen: Im Winter ist Lech mondän und lebhaft, im Sommer dagegen überraschend ruhig, entschleunigt und fast schon kontemplativ.





Die Lech Card – dein Sommerpass für den Arlberg
Wer in Lech, Zürs, Warth oder Stuben übernachtet, bekommt die Lech Card ohnehin fast automatisch dazu – erhältlich beim Hotel oder im Tourismusbüro, gültig von Mitte Juni bis Anfang Oktober. Was zunächst nach einer weiteren Gästekarte klingt, entpuppt sich als grosszügiges Paket: Sämtliche sechs Sommerbergbahnen der Region sind inklusive, dazu Orts- und Landbus bis Hochkrumbach und Elbigenalp – Auto stehen lassen, Gondel und Bus nutzen, fertig.
Für dich als Golferin oder Golfer besonders interessant: Auch die Nutzung von Übungsanlage und Driving Range der Golfakademie Lech beim Golfclub Zug ist mit der Karte abgedeckt. Einmal pro Aufenthalt lässt sich zudem mit einem Bergfrühstück auf der Kaltenberghütte in den Tag starten, freitags gehört eine Führung im Skyspace-Lech zum Sonnenuntergang ebenfalls dazu.
Preislich gestaffelt nach Aufenthaltsdauer – von rund 46 Euro für ein bis zwei Tage bis 135 Euro für acht bis vierzehn Tage –, ist die Lech Card damit weniger Zusatzangebot als leises Versprechen: Hier sitzt niemand herum und fragt sich, was der Tag noch bringen könnte.
Ob als kurzer Umweg zwischen zwei Runden am Golfplatz oder als bewusster Ruhetag ohne Schläger: Der Weg vom Hotel Post Lech zum Skyspace-Lech ist keine grosse Bergtour. Er ist eine kleine, feine Auszeit – mit einem Kunstwerk am Ende, das dich daran erinnert, öfter nach oben zu schauen.
Lech Card(oeffnet eine externe Seite)
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